Sonntag, 16. November 2014

Neuigkeiten aus Frankreich

Eine Weile habe ich schon nichts mehr von mir hören lassen, deswegen gibt es heute wieder ein paar Neuigkeiten von meinem Leben und Alltag in Frankreich.

Nachdem ich die ersten Ferientage dafür genutzt habe, um mir Cherbourg und die nähere Umgebung in der Normandie etwas genauer anzuschauen, bin ich Ende Oktober für eine Woche zurück nach Deutschland geflogen. Es war ein bisschen ungewohnt, wieder in Leipzig zu sein und das auch nur für so kurze Zeit, aber ich habe meine Ferien auf jeden Fall sehr genossen. Und gleichzeitig war es sehr schön, am 1. November wieder in Cherbourg anzukommen und mich wieder auf die Schule und das Unterrichten zu konzentrieren.

Cherbourg bei Nacht
Inzwischen sind zwei Schulwochen vergangen und langsam kann ich mich auch viel besser auf meine Schüler einstellen und versuche Material und Übungen bereitzustellen, die ihrem momentanen Lernstand entsprechen. Besonders bei den kleinen Klassen klappt das ganz gut, bei den größeren und älteren Schülern ist es manchmal schwierig, etwas zu finden, was sie auch interessiert. Die meisten Klassen habe ich zwar danach gefragt, aber sie wussten selbst nicht, ob sie lieber über die deutsche Kultur, Geschichte oder Literatur sprechen wollten. Ich versuche jetzt, ihnen einen Einblick zu vermitteln und schaue mir dann die Ergebnisse an, um darauf meinen weiteren Unterricht aufzubauen.

Die nächste Schulwoche wird zum Glück weniger theoretisch, denn in Cherbourg findet gerade das deutsche Filmfestival statt und ich gehe fast die ganze Woche über mit meinen Tutorinnen und den Klassen ins Kino. Leider ist die Auswahl der Filme nicht so berauschend (was bei deutschen Filmen aber schließlich generell der Fall ist). Der einzige Film, der sich ein bisschen hervorhebt ist Fack ju Göhte, ansonsten ist es meistens das bekannte Thema des Krieges und der deutschen Teilung. Trotzdem ist es schön, zur Abwechslung mal etwas anderes mit den Schülern zu machen und eine andere Perspektive des Schulalltags kennen zu lernen.

Mit einer meiner Tutorinnen treffe ich mich oft am Wochenende, um zusammen mit ihren Beagles spazieren zu gehen. Das Wetter hält sich bis jetzt ganz gut, deswegen gehen wir oft am Meer entlang und unterhalten uns über die letzte Schulwoche und was für die nächste Woche geplant ist.

Unsere Sonntagsspaziergänge mit den Beagles führen direkt am Meer entlang. Die Hunde lieben das Wasser (auch wenn es hier nicht danach aussieht).

Außerdem hat sie mich einmal mitgenommen, um mir die Gegend zu zeigen. Sie ist wirklich sehr nett und hat mir schon viele Tipps für meinen Aufenthalt hier gegeben.

Das kleinste Rathaus in Frankreich ^^
Eine andere Tutorin lädt mich öfters zum Abendessen ein und da sie keine deutsche Muttersprachlerin ist, interessiert sie sich sehr für deutsche Literatur und die Sprache im Allgemeinen, deswegen diskutieren wir beim Abendessen oft darüber.

Aber auch meine Freizeit versuche ich weiterhin sehr gut zu nutzen. Gestern habe ich einen Ausflug nach Rennes gemacht, die Fahrt dauerte über zwei Stunden, aber das war es auch jeden Fall wert, denn es ist eine sehr schöne Stadt. Sie erinnert ein wenig an Leipzig, da es auch sehr kulturell gefärbt ist und lebendig ist. Jeden Samstag findet dort der zweitgrößte Wochenmarkt in Frankreich statt und all die Stände mit Obst und Gemüse, Fleisch, Fischen, Krabben, Garnelen, Muscheln, Käse, Gewürzen, Honig, Marmelade und Brot zu sehen war auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis.

Rennes - Das Stadtzentrum 
Abtei Sainte-Melanie
Außerdem habe ich das Cap de la Hague besucht, eine sehr stürmische und felsige Küste im Norden, von der man einen schönen Blick auf das Meer hat und sogar einige der angrenzenden Inseln sehen kann. Einen Leuchtturm gibt es doch auch, aber anders als der von Gatteville, den ich mit Julia besucht habe (und der leider an dem Tag nicht geöffnet war, weil es zu stürmisch war), kann man diesen am Cap de la Hague nicht besichtigen.

Das raue Klima am Cap de la Hague
Ein schönes Ereignis der letzten Woche war schließlich noch der Geburtstag eines englischen Assistentin, den wir alle zusammen im Restaurant gefeiert haben. Es war ein lustiger Abend und auch das Essen hat sehr gut geschmeckt.


Ansonsten arbeite ich weiterhin daran, dass mein Französisch langsam besser wird, lerne Vokabeln und Grammatik, lese französische Bücher (meine Tutorin hat mir welche geliehen) und versuche, mich so oft wie möglich mit meiner Gastfamilie zu unterhalten. Da hier auch oft Freunde zu Besuch sind, gibt es zum Glück ständig neue Rede-Anlässe :)

Viele liebe Grüße und bis bald!
Bisous,
Bianca

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen