dies wird vermutlich der letzte Post sein, den ich schreiben werde - zumindest im Jahr 2014. Morgen fliege ich für zwei Wochen wieder zurück nach Deutschland und obwohl ich in meinen ersten drei Monaten in Frankreich eine wirklich unglaublich schöne, spannende und interessante Zeit erlebt habe, freue ich mich dennoch sehr darauf, Weihnachten in der Heimat und mit meinen Liebsten verbringen zu können.
Die letzten beiden Wochen waren sehr ereignisreich gewesen und ich habe versucht, meine freie Zeit nach der Schule gut zu nutzen, um nicht nur meine Weihnachtseinkäufe zu erledigen, sondern um auch weiterhin das Land und seine Kultur besser kennen zu lernen.
Dafür bin ich, wie ihr bereits in meinem letzten Post erfahren habt, vor zwei Wochen nach Paris gefahren. Ich bin zwar schon einige Male dort gewesen, aber die Stadt in der Vorweihnachtszeit zu sehen, war ein ganz besonderes Erlebnis, das ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Ich habe zu Beginn meiner Zeit als Fremdsprachenassistentin bei der Infoveranstaltung für alle Assistenten in Caen eine sehr nette deutsche Assistentin kennen gelernt und wir haben beschlossen, zusammen mit drei anderen Mädchen, am Wochenende des 6. Dezember nach Paris zu fahren und die Stadt gemeinsam zu erkunden.
Als der Tag unserer Abfahrt endlich näher rückte, gab es am Abend vorher jedoch eine schlechte Nachricht: Ausgerechnet an dem Samstag, wo wir nach Paris fahren wollten, streikten die Zugfahrer in ganz Frankreich. Zum Glück stellte sich heraus, dass mein Zug um 7 Uhr nicht betroffen war, aber die anderen, die zusammen aus einer anderen Stadt anreisen wollten, mussten einen späteren Zug nehmen und kamen deswegen erst gegen 15 Uhr in Paris an.
Letztlich war das Ganze aber kein allzu großes Drama, denn als ich gegen 11 Uhr in Paris angekommen war, fand ich auf Anhieb genügend Möglichkeiten, um mir für die verbleibenden vier Stunden die Zeit zu vertreiben. Mein erstes Ziel führte mich natürlich zum Louvre (diesmal aber nur von außen, vor der gläsernen Pyramide), danach ging es weiter auf einen leckeren Crêpe in der Nähe des Eiffelturm am Champ du Mars, zu einer kleinen Kirche im Stadtzentrum und ein paar kleinere Spaziergänge. Wenn man das Metro-Netz in der Tasche hat, ist die Stadt auch gleich viel überschaubarer und man kommt sehr schnell von dem einen Ende der Stadt zum anderen.
Gegen 15 Uhr habe ich die anderen dann vom Bahnhof abgeholt und wir sind erstmal zusammen in unser Hostel gefahren. Es lag nicht weit vom Stadtzentrum entfernt , nur wenige Gehminuten bis zur Kathedrale Sacre Cœur, aber es war eine ziemliche Absteige, mit Zuhältern auf der Straße und anderen zwielichtigen Gestalten. Dafür wohnten viele Leute in der näheren Umgebung der unterschiedlichsten Nationalitäten, weswegen die ganze Umgebung sehr multikulturell angehaucht war.
Das Zimmer beinhaltete nur zwei Doppelstockbetten, einen Stuhl und ein Bad, allerdings ohne WC, das mussten wir uns mit den anderen Bewohnern der Etage teilen. Die Betten waren aber sauber (wenn auch das Kopfkissen seeehr unscheinbar war) und für eine Nacht reichte es vollkommen aus. Allerdings ging eines der Fenster nicht richtig zu und die Heizung funktionierte auch nicht, weswegen es am Abend bitterkalt im Zimmer war und ich meinen Pulli angelassen und mir noch meine Jacke über die Bettdecke gelegt habe. Mitten in der Nacht klopfte es dann aber an der Tür und einer der Angestellten des Hostels brachte unsere Heizung halbwegs zum Laufen, aber das habe ich nur im Halbschlaf mitbekommen ;)
| Unser Zimmer für eine Nacht |
Nun aber zum eigentlichen Grund unserer Reise, der natürlich nicht darin bestand, ein Hostel zu testen, sondern zusammen Paris zu erkunden. Wir haben die beiden Tage komplett genutzt, waren in der Galerie Lafayette, den gerühmten Einkaufszentrum, haben den glitzernden und leuchtenden Eiffelturm bei Nacht gesehen und unter anderem Notre Dame, Sacre Cœur, den Jardin du Luxembourg, das Institut du Monde arabe und einige andere Sehenswürdigkeiten abgeschaut, die ich hier gar nicht alle aufzählen, sondern lieber ein paar Fotos zeigen möchte.
| Auf der Dachterrasse der Galerie Lafayette |
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| Vor Notre Dame de Paris (für die Unwissenden: Es gibt in fast jeder Stadt eine Notre Dame ^^ ) |
| Die unglaubliche Dekoration und gleichzeitig Touristenmagnet der Galerie Lafayette |
| Blick auf Paris von Sacre Cœur |
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| L'institut du monde arabe |
Am Sonntag waren wir außerdem in einem sehr netten und leckeren koreanischen Restaurant essen und haben die beiden Abende natürlich damit verbracht, über den Pariser Weihnachtsmarkt zu schlendern. Dieser lässt sich kaum mit dem deutschen Weihnachtsmarkt vergleichen, es gibt viel Kleinkram zu kaufen, den man eigentlich gar nicht braucht, aber dafür auch sehr guten Glühwein, kandierte Äpfel, Zuckerwatte und Crêpes.
| Der Weihnachtsmarkt von Champ Elysée |
| Arc de Triomphe |
| Printemps (ebenfalls ein sehr großes Kaufhaus in Paris) |
Das war die Kurzfassung eines sehr schönen Wochenendes in Paris, das mit vielen Impressionen gefüllt war. Ich weiß noch nicht genau, ob ich während meines Aufenthaltes noch einmal nach Paris fahren werde, da es eigentlich immer etwas gibt, was man sich anschauen kann. Allerdings ist Frankreich auch sehr groß und es gibt noch viele andere Städte, die ich mir ebenfalls gern einmal anschauen möchte.
Ansonsten war meine letzte Schulwoche vor den Ferien relativ entspannt und nicht ganz so stressig wie die Wochen davor. Am Mittwochabend habe ich mich mit den anderen Assistenten in Cherbourg getroffen und mit ihnen zusammen ein kleines Weihnachtsfest gefeiert. Drei der Assistenten wohnen zusammen im Studentenwohnheim meiner Stammschule und da wir alle aus anderen Ländern kommen, hat jeder eine Spezialität aus seinem Land mitgebracht. Dazu gab es natürlich Baguette und Käse und leckere Desserts. Abschließend folgte noch die Bescherung unter uns und es war ein richtig netter Abend unter tollen Menschen :)
| Neugieriges Geschenke-Auspacken ^^ |
| Abschluss-Posing |
Die Schüler waren in der letzten Woche schon sehr in Ferienstimmung, weswegen mit einigen Klassen nicht mehr so viel anzufangen war. Mit den meisten Klassen redete ich über Weihnachten in Deutschland, machte kleine Spiele und stellte ihnen ein paar Weihnachtstraditionen aus dem Erzgebirge vor. Das kam bei einigen Klassen richtig gut an, manche waren nicht so richtig zu motivieren, deshalb habe ich mit ihnen etwas anderes gemacht. Ich bin sehr stolz gewesen auf meine zwei Lieblingsklassen an meiner Stammschule, die sehr gut mitgearbeitet und auch viel gelernt haben. In einer dritten Schule war eine Klasse sogar besonders interessiert, weil sie gerade einen zweiwöchigen Aufenthalt aus Deutschland hinter sich hatten und viele der Dinge, die ich ihnen erzählte, schon selbst auf dem Weihnachtsmarkt dort gesehen hatten.
Mit dem Französisch lief es diese Woche leider eher mäßig, auch mit dem Englisch, was ich manchmal noch mit den anderen Assistenten spreche, die aus England, Irland und den USA kommen. ich war häufig unkonzentriert oder war zu sehr damit beschäftigt, keine Fehler zu machen, dass mir die Aussprache schwerer gefallen ist. Es wäre besser, wenn ich auch in der Schule häufiger Französisch sprechen könnte, aber leider kommt durch den Deutschunterricht immer wieder das Deutsche durch. Es sind schon drei Monate vergangen, seit ich in Frankreich bin und es dauert mir viel zu lange, bis ich etwas Neues dazu gelernt habe. Das versuche ich nun, in Zukunft zu ändern und mich auch in den Ferien weiterhin mit dem Französischen zu beschäftigen, um den Faden nicht zu verlieren.
Doch nun wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit, einen fleißigen Weihnachtsmann und einen guten Rutsch ins neue Jahr :D
Bisous et à bientôt,
Bianca











