nachdem ich nun zwei Wochen Zeit hatte, um in Cherbourg meine Schulen, die Schüler und einige der anderen Lehrer kennen zu lernen, haben gestern die Herbstferien begonnen, die zwei Wochen dauern. Obwohl mir die Zeit an der Schule bis jetzt viel Spaß gemacht hat, freue ich mich trotzdem sehr darauf, das noch schöne Wetter genießen und mir weiterhin die Umgebung genauer anschauen zu können.
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| Der Strand von Cherbourg ist im Herbst noch sehr schön. |
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| Nur mal zum Festhalten: Auf meiner Fahrt nach Frankreich habe ich endlich die 60.000 erreicht. |
Inzwischen kann ich auch den Alltagsgesprächen zwischen Mireille und Christian etwas besser folgen. Mireille spricht sehr gut verständlich, obwohl alle hier einen leichten Akzent der Normandie haben, bei Christian ist es schwieriger, weil er sehr schnell spricht und oft Witze macht. Ein Beispiel: Ich habe ihn neulich gefragt, ob er meinen Schirm gesehen hat, der zuletzt in der Garage gewesen war. Darauf antwortete er sofort: "Ja, hab ich - ich hab ihn in den Müll geworfen."
Vor drei Wochen hätte ich ihm dafür einen typischen fragenden Schafsblick zugeworfen, aber inzwischen habe ich mich darauf eingestellt, dass er fast ständig so reagiert. Dafür ist Christian aber auch unglaublich nett. Als ich ihn ein anderes Mal fragte, wo ich denn einen wirklich guten und nicht allzu teuren Calvados kaufen könnte, sagte er mir, dass der beste Calvados direkt vom Bauern käme. Dann schnappte er sich sein Handy, rief einen befreundeten Bauern und und der kam mit seiner Frau und einigen anderen Freunden prompt zum Wochenende vorbei und brachte mir meinen Calvados mit :)
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| Auf den Muschelfelsen in Gatteville |
In meiner zweiten Schule ist es etwas anders. Das Deutschniveau der Schüler ist schlechter und sie sind auch nicht so sehr am Unterricht interessiert, arbeiten aber trotzdem gut mit und machen, was man ihnen sagt. Wenn ich aber Fragen stellen, schauen sie mich meistens nur verwirrt an oder tuscheln: "Qu'est-ce qu'elle a dit?" ("Was hat sie gerade gesagt?"). Ich habe gemerkt, dass die Schüler eher passiv sind, wenn man sie auf Deutsch anspricht, aber wenn ich etwas auf Französisch frage (was ich eigentlich nicht machen soll, der Unterricht sollte komplett auf deutsch sein), habe ich sofort ihre Aufmerksamkeit. Ich arbeite deswegen gerade an Motivierungsaufgaben für diese Klassen.
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| Der Schulweg zu meiner zweiten Schule an frühen Morgen |
Mein erstes freies Wochenende habe ich dafür genutzt, um die die Stadt Bayeux anzuschauen, eine wunderschöne Kleinstadt mit einer unglaublich beeindruckenden Kathedrale und den berühmten "Teppich von Bayeux", dem einem der ältesten Leinwanderzählungen der Welt. Von einer meiner Schulen habe ich einen so genannten "Pass éducation" bekommen, durch den ich die meisten Museen zum Preis eines Jugendlichen oder sogar kostenlos besuchen kann. Deswegen muss ich dieses Angebot noch ein wenig ausnutzen :)
| Bayeux - eine typische Kleinstadt in Frankreich |
| Überall hab es kleine Bäckereien mit tollen Naschkram ;) |
| Die gothische Kathedrale von Bayeux |
Und am Abend sind wieder die Töchter von Christian zu Besuch und diesmal koche ich für die Familie, das original sächsische Essen Ragout Fin. Das kam eher zufällig zustande, weil wir eines abends über typisch (ost-) deutsches Essen gesprochen hatten und Mireille mich gefragt hat, ob ich ihnen etwas zeigen könnte.
Damit wünsche ich euch allen noch eine schöne und entspannte Woche,
très cordi"allemand" Bianca





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